Fragen von Sigrid Knothe (Redakteurin OVB)

1: Noch sind sieben Monate Zeit, um die Vorbereitungen für das Gaufest und das 70. Jubiläum zu stemmen. Doch bekanntlich „fliegt“ die Zeit. Sind die Lindntaler  gut in der Zeit?

Sepp Brem jun.: Das ist natürlich immer schwer abzuschätzen, weil man nie weiß was noch alles auf uns zukommt. Vieles ist noch zu tun damit wirklich alles optimal vorbereitet ist und bis wir uns im Zelt die erste Maß genehmigen können, wartet noch eine Menge Arbeit. Aber die wichtigsten Rahmenbedingungen sind schon geschaffen: Die Verträge mit unserer Brauerei Auer Bräu und dem Festwirt Manfred Werner sind unterzeichnet, das Festzelt sowie die Soundanlage sind ebenfalls bereits fix vereinbart und auch alle Musikgruppen haben zugesagt. Die Basis ist also geschaffen, jetzt gilt es noch an den Details zu feilen. Die Bastelarbeiten für die Festzeichen gehen gut voran, mit dem Bau der Bar wurde gerade begonnen und auch die Proben für den Gauheimatabend laufen schon. Insgesamt sind wir also schon ganz gut in der Zeit, würde ich sagen.

 

 2: Alle 500  Lauterbacher sind dabei. Da ist das ganze Dorf auf den Beinen, oder?

Sepp Brem jun.: So kann man es sagen, und ganz ehrlich, wenn es anders wäre, wären wir auch aufgeschmissen. Nur wenn wirklich alle zusammenhelfen, kann ein kleiner Ort wie Lauterbach ein solches Großereignis wie das Gaufest stemmen. Aber man wächst ja auch mit der Größe seiner Aufgaben. Daher sehe ich das Gaufest nicht nur als Herausforderung, sondern auch als Chance, durch die unser Verein und der ganze Ort noch besser zusammenwachsen können. Schon jetzt, ist es schön zu sehen, wie viele Leute auf uns zukommen, um uns ihre Unterstützung anzubieten. Ganz gleich ob Vereinsmitglied oder nicht, viele wollen helfen und alle werden auch gebraucht. Schon jetzt darf ich mich im Namen des ganzen Vereins bei allen bedanken, die uns unterstützen.

 

3: Trachtler stehen eher für Tradition, doch die Lauterbacher nutzen auch die sozialen Medien wie Facebook für die Werbung zum Gaufest. Ein Widerspruch?

 Sepp Brem jun.: Für mich ist das kein Widerspruch. Ein modernes Medium widerspricht ja nicht per se der Tradition. Wenn ich mir ein altes Volkslied auf Spotify anhöre, ist das Lied deswegen nicht weniger traditionell als es auf einer Schallplatte wäre. Das Medium ändert nichts an der Botschaft oder den Inhalten, es ist lediglich eine andere Art diese zu transportieren. Und ein bisschen frech und kreativ darf es meiner Meinung nach auch sein. So viele junge Leute begeistern sich bei uns im Verein für die Trachtensache, das sollte man auch an einer schönen Portion jugendlichem Schwung bemerken können. Wenn man eine bunte Mischung aus jungen und alten Gästen bei seinen Veranstaltungen begrüßen will, muss man jeden so ansprechen, dass man ihn auch erreicht. Dazu gehören klassische Plakate und Artikel in unserer Heimatzeitung genauso, wie ein interessanter Internet- und Facebookauftritt.

 

4. Sie binden die jungen Trachtler fest ins Programm ein (siehe auch Titelbild). Was dürfen wir erwarten?

Sepp Brem jun.: Wir Lindntaler sind seit langer Zeit für unsere gute Jugendarbeit bekannt und legen natürlich auch beim Gaufest großen Wert darauf, dass sich unsere jüngsten Vereinsmitglieder bei den Auftritten von ihrer besten Seite zeigen. Neben den Tänzen und Plattlern, die uns die Kinder- und Jugendgruppe zeigen werden, ist sicherlich der Kinderchor der Lauterbacher Trachtenkinder etwas Besonderes und wird auf jeden Fall das eine oder andere Lied zum Besten geben. Soweit ich weiß, haben sie sich für den Gauheimatabend auch was Spezielles einfallen lassen, aber mehr will ich hier noch nicht verraten, da müssen sie schon vorbeischauen.

Vor allem wünsche ich mir, dass es unseren Kindern und Jugendlichen Spaß macht beim Fest dabei zu sein. Ich erinnere mich noch gut an das letzte große Trachtenfest in Lauterbach, 1999. Damals war ich mit meinen acht Jahren voll dabei und jeden Tag am Festzelt, weil einfach immer was los war. Die Freude und Gemeinschaft, die ich da erleben durfte, waren definitiv eine einprägsame Erfahrung und so eine schöne Zeit wünsche ich auch unseren jungen Trachtlern.

 

5. Bürgermeister Christian Praxl ist Schirmherr. Er hofft auf ein „wunderschönes Fest“. Was wünschen Sie sich? Was gehört alles zu einem „gelungenen Fest“?

Sepp Brem jun.: Das wichtigste für mich ist, dass es unseren Gästen aus der ganzen Region und darüber hinaus bei uns gefällt. Dass sie gerne und zahlreich zu unseren Veranstaltungen nach Lauterbach kommen und hier schöne, lustige Stunden verbringen. Ebenso wichtig ist es aber auch, dass alle Helfer mit Freude und Spaß zusammenarbeiten und intern eine gute Stimmung herrscht. Alle Beteiligten engagieren sich ehrenamtlich und machen diese Großveranstaltung in unzähligen Stunden mit ihrer Kreativität und ihrem Einsatz zu etwas ganz besonderem. Daher sollte bei all der Arbeit auch die Gaudi nicht zu kurz kommen. Zu guter Letzt hoffe ich natürlich auf einen unfallfreien Festverlauf und als i-Tüpfelchen am besten noch auf schönes Wetter. Aber das haben wir nicht in der Hand, hier müssen wir auf den heiligen Petrus vertrauen und das Beste draus machen.

 

Bild: Festleiter Sepp Brem jun. von Foto Winkler, Bad Endorf

 

 

2018 feiert der GTEV D’“Lindntaler“ Lauterbach 70-jähriges Gründungsjubiläum

Zweites Gaufest in der Vereinsgeschichte

 Nächstes Jahr feiert der GTEV „D’“Lindntaler““ Lauterbach seinen 70. Geburtstag. Dieses besondere Jubiläum wird von 05. – 15. Juli 2018 in Lauterbach gefeiert. Höhepunkt ist die Ausrichtung des 98. Gaufestes des Bayerischen Inngau – Trachtenverbandes am Sonntag den 8. Juli.

 

Lauterbach –Schon seit längerer Zeit spielten die „Lindntaler“ Lauterbach mit dem Gedanken das Gaufest, das den Höhepunkt in jedem Trachtenjahr darstellt und bei dem mehr als 4.500 Trachtler aus dem gesamten Bayerischen Inngau zusammenkommen, zum zweiten Mal auszurichten. Beinahe 30 Jahre ist es nun her, dass es sich die „Lindntaler“ zutrauten, dieses große Ereignis 1988 erstmals durchzuführen.  Lauterbach selbst, zählt damals wie heute, etwa 500 Einwohner und da ist es sicher angebracht von einer Herausforderung für den Verein und den ganzen Ort zu sprechen.

 

Der Lauterbacher Trachtenverein hat es sich zur Aufgabe gemacht Tracht, Brauchtum und Traditionen zu pflegen und an die nächste Generation weiterzugeben. Die Kinder- und Jugendgruppe, sowie die Aktiven der „Lindntaler“ sind derzeit sehr gut aufgestellt und auch viele der führenden Köpfe des letzten Gaufestes stehen noch mit Rat und Tat zur Seite, so dass der Zeitpunkt für die Ausrichtung dieses Großereignisses ideal erscheint. Nachdem die „Lindntaler“ sich gemeinsam entschlossen hatten, sich um das Gaufest 2018 zu bewerben, war es auf der der Gaufrühjahrsversammlung 2015 endlich soweit. Die anwesenden Vereine des Inngau-Trachtenverbandes gaben Lauterbach die Zusage zum Fest. Bald standen die Festleiter Sepp Brem jun. und Peter Schlosser fest. Die beiden stellten einen elfköpfigen Festausschuss auf, der sich nun regelmäßig seit August 2015 trifft, um alle Grundlagen zum Gelingen der großen Veranstaltung zu schaffen. Nicht zu unterschätzen sind mittlerweile die Erwartungen und Anforderungen, die an die Umsetzung eines großen Trachtenfestes gestellt werden. Richtlinien und gesetzliche Vorgaben werden immer komplexer, so dass vieles nicht mehr so einfach und pragmatisch zu regeln ist wie 1988. Für verschiedene Themen wie Marketing, die Bargestaltung oder den Ablauf des Gauheimatabends gibt es daher eigene Teams, die den Festausschuss unterstützen und die Details planen. Kommunikationskanäle wie die Vereinshomepage oder Facebook sind mittlerweile unverzichtbarer Bestandteil der Werbung und besonders bei der jüngeren Generation gefragt. Vor 30 Jahren bestand die Dekoration der Bar noch aus „einer Birke in jeder Ecke und ein paar bunten Glühbirnen und als Barmusik gab es bestenfalls einen Kassettenrekorder “, wie sich Brauchtumswart Franz Wolf erinnert, der damals das Gaufest in Lauterbach als 18 jähriger miterleben durfte. „Eine Kaffeebar? Die gab es auch nicht. Kuchen wurde vielleicht vom Festwirt angeboten.“ Weiß noch Sepp Brem sen. , 1. Vorstand der „Lindntaler“ Lauterbach zu berichten. Heutzutage sind die Bar und die Kaffee- und Kuchenbar aufwendig und mit viel handwerklichem Geschick gestaltet und bilden einen beliebten Treffpunkt für Jung und Alt. Für 2018 haben sich daher auch die „„Lindntaler““ etwas ganz Besonderes einfallen lassen, wie sie die Bar gestalten und die Musik kommt natürlich nicht aus dem Kassettenrekorder, sondern es sorgt jeden Tag eine eigene Barmusi mit Livemusik für Stimmung bis in die frühen Morgenstunden.

 

Mittlerweile sind die Planungen schon weit fortgeschritten: Die wichtigsten Verträge u.a. mit Festwirt Manfred Werner und der Auer Brauerei sind unterschrieben. Fast alle verschiedenen Eintrittszeichen sind in vielen Stunden mühevoller Arbeit von den fleißigen LauterbacherInnen bereits gebastelt worden. Verschiedene Musikgruppen sind  für die Veranstaltungen gebucht (Programm siehe Kasten oder unter www.gaufest2018.de). Auch Festplatz, Zugstrecke und Veranstaltungsabläufe stehen bereits fest und wurden mit der Gauvorstandschaft abgestimmt. Dennoch bleibt viel Arbeit zu tun und wie 1988 kann die erfolgreiche Ausrichtung des Gaufestes nur mit der tatkräftigen Mithilfe aller Lauterbacherinnen und Lauterbach gestemmt werden. Deshalb hoffen die „Lindntaler“ Lauterbach auch im nächsten Jahr auf viele Helfer und Unterstützer, damit es 2018 mindestens so schön wird wie vor 30 Jahren. Wir schließen uns schon jetzt gerne dem Fazit von Schirmherr Christian Praxl an: „Ich freue mich drauf und bin sicher es wird ein wunderschönes Fest.“

Bild : Festausschuss der Lindntaler von Foto Winkler, Bad Endorf

von links stehend: Sepp Bauer sen., Martina Fischbacher, Franz Dinzenhofer, Maria Bauer, Sepp Brem jun., Sepp Weinberger, Franz Wolf

von links sitzend: Monika Schlosser, Peter Schlosser, Sepp Brem sen., Gudrun Wolf

 

Bayerisches Inngau-Trachtenfest 2018

Der Trachtenverein GTEV „D’Lindntaler“ Lauterbach (RO)  richtet das 98. Gaufest des Bayr. Inngau-Trachtenverbandes aus und feiert in diesem Rahmen sein  70jähriges Gründungsfest.

Vor 70 Jahren hatten ca. 20 Trachtler, die Idee einen Trachtenverein in Lauterbach zu gründen und am 20.06.1948 – dem Tag der Währungsreform  -  riefen sie mit einem Gründungsfest den Verein ins Leben. Nach der mehr als 250 Jahre alten Dorflinde vor der Kirche gab sich der Verein den Namen „D’Lindntaler“. Seit den Tagen der Gründung wuchs der Verein stetig, so dass er mittlerweile über 250 Mitglieder von jung bis alt zählt.

Bereits vor 30 Jahren feierten die Lindntaler ihr Gründungsjubiläum im Rahmen des Inngautrachtenfestes. Zu diesem Anlass wurde erstmalig der eigens entwickelte „Lauterbacher Marsch“ aufgeführt, der inzwischen zum Repertoire des gesamten Inngaus gehört. 2018 soll nun das 70 jährige Gründungsjubiläum wieder in im Rahmen eines Gaufestes gebührend gefeiert werden und der Trachtenverein freut sich schon jetzt viele Besucher zur Festwoche vom 5. bis 15. Juli und besonders beim Festsonntag am 08. Juli in Lauterbach begrüßen zu dürfen. Alle Informationen zum Gaufest 2018 und viele interessante Neuigkeiten zu den Lindntalern Lauterbach findet man unter www.gaufest2018.de.

Lauterbach (Gemeinde Rohrdorf) liegt 10 km südöstlich von Rosenheim an der Autobahnstrecke München- Salzburg. Erstmalig erwähnt wurde der Ort in einem Verzeichnis aus dem Jahre 788. Zu den „Wahrzeichen“ Lauterbachs gehört sicher die Kuratie Kirche St. Johann Baptist. Sie stammt aus dem Ende des 15. Jahrhunderts, wurde um 1770 im Stil der Barockzeit umgebaut und ist dem Hl. Johannes dem Täufer geweiht.

Bild : Aktive Lauterbach beim Tanz Lauterbach im Hintergrund

Foto: Dominik Schachten